G’hackets und Hörnli

Wahrhaftiger Eidgenuss!

Nun schreibe ich schon so lange über leckerstes Essen aus nah und fern, hab ich aber jemals über ein Schweizer Gericht geschrieben, welches derart die Emotionen und die Gefühle der Schweizer weckt? Hä? Hähä häää?

G’hackets und Hörnli ist die helvetische Antwort auf Ragù alla Bolognese.
Hier werden die Ellbogen ausgestreckt, es kommt mit Vollgas daher und lässt sich nicht aufhalten!

Dass die Pasta in die Schweiz gekommen ist, haben wir dem Gotthardpass zu verdanken. Die Italiener beherbergen an die 600 Sorten Pasta. Das ist einfach wahnsinnig! Pasta hier. Pasta dort. Pasta da.
ABER, die Hörnli gehören einfach absolut NICHT dazu!

Die Veredlung der italienischen Maccheroni, also die Magronen, wurden nicht in Italien erfunden. Aber … leider kann auch die Swiss Pasta, die Vereinigung der Schweizer Teigwarenindustrie, auch keine abschliessende Antwort auf deren Herkunft geben.
Und ich noch weniger!
Ich bin einfach happy, dass es sie gibt.

Aber warum G’hackets und Hörnli?
Andere, viel grössere Länder (eigentlich ist jedes Land grösser als die Schweiz) gucken immer wieder auf die kleine Schweiz und staunen, welche Delikatessen (und auch Errungenschaften, wie die Schweizer Uhren, die Schokolade etc.) dieses kleine Land hervorbringt. Geschweige denn von seinen kulinarischen Leckereien.

Die gekrümmte Form der runden und hohlen Teigwaren nimmt die Sauce hervorragend auf, so finden das Hackfleisch und die Hörnli eine rasche Verbindung zueinander. Sowohl dies, als auch der unverkennbare Geschmack, erschaffen hier ein Nationalgericht sondergleichen, und das wird von Herrn und Frau Schweizer seit den 70er Jahren geliebt, gekocht und verzehrt.

Überall auf der Welt sind die Menschen verdutzt, wie gut in der Schweiz gekocht wird. Bekannt sind wir unter Anderem für die hiesigen Wurst- und Käsesorten, Kartoffelgerichte und eben auch Nudelgerichte. Saucisson und Raclette/Fondue stehen bei uns an oberster Gaumenskala.

Wichtige Regeln zu G’hacktes und Hörnli (wird das nicht befolgt, ist das in etwa so, als würdest du eine Bratwurst mit Senf essen = Todsünde!):
– Regel Nr. 1:
Das Hackfleisch muss portionsweise angebraten 
werden, denn nur so können wir die Röstaromen beibehalten. Ist zu viel Fleisch in der Pfanne, zieht es Wasser und alles verkommt zu einer grauen Pfütze. Pfui!
– Regel Nr. 2:
Zu G’hackets und Hörnli ist Apfelmus ein Muss und Ehrensache!
(Wer mag, macht dies sogar selbst: Äpfel würfeln und in wenig Zuckerwasser weichkochen, pürieren, fertig. Verfeinern nach eigenem Gusto mit Zimt, Zitrone, Ingwer, Apfelsaft oder was auch immer)

Zutaten & Zubereitung: (zum Schweizerischen Gericht der passende Schweizerische Ausdruck 😉

  • 500 gr G’hackets
  • 1 Rüebli
  • 3 EL Tomatäpüree
  • 2.5 dl Rotwii
  • 2.5 dl (Fleisch-)Bouillon
  • Lorbeerblatt / -blätter
  • Paprika
  • Zwieble
  • Thymian
  • Salz & Pfeffer
  • 500 gr Hörnli
  • Bratbutter / -öl
  • Wasser
– das Hackfleisch portionsweise anbraten (ganz wichtig – so habt ihr auch ein wenig Schweiz in euch!)
– in der gleichen Pfanne das fein gewürfelte Rüebli (Karotte), Zwiebel und Paprika andämpfen
– das Tomatenpüree mit wenig Wasser vermischen, der Pfanne beigeben und mitdämpfen
– Wein, Bouillon und Lorbeer beigeben
– das Hackfleisch ebenfalls beigeben
– Sauce ca. 1/2h köcheln lassen

– würzen


– die Hörnli in Salz- / Bouillonwasser al dente kochen (ich lieb’s, wenn die Teigwaren ganz durch sind)

– abtropfen

– mit dem G’hackten vermischen

– servieren
Noch Fragen?

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